ETF-Monitor | Europa, du hast es besser!
„America is back“ heißt der Schlachtruf von Donald Trump. Doch an der Börse scheint das zurzeit nicht zu gelten. Da heißt es eher „Europe is back“ oder in Umkehrung des bekannten Goethe-Zitates zu Amerika: „Europa, du hast es besser.” Das galt zumindest im Februar. Die Kurse zogen auf dem alten Kontinent deutlich an. Der DAX verbesserte sich um 3,8 Prozent und etablierte sich über der Marke von 23.000 Punkten. Der MDAX für die mittelgroßen Werte konnte es sogar besser, ein Plus von 5,9 Prozent. Für den EURO STOXX 50 waren es 3,3 Prozent. Die deutschen Erfolge sind erstaunlich, da das Land unter schwacher Konjunktur leidet. Aber offenbar gibt es Hoffnung, dass sich das ändern wird. Zudem galt als ausgemacht, dass die EZB die Zinsen weiter senken wird, was sie am 6. März auch tat.
- 2,298
- Das Volumen der AuM erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 2,298 Billionen Euro.
- 2.862
- Die Zahl der Produkte stieg leicht um 0,7 Prozent auf aktuell 2.862.
In Amerika dagegen machte sich Ernüchterung über die Politik von Präsident Trump breit, birgt sie doch die Gefahr von Inflation und Handelskriegen (siehe auch Kolumne). Der Dow Jones gab 1,6 Prozent ab, der Nasdaq Composite sogar knapp 4 Prozent. In Asien war das Bild gemischt. China mit dem Shanghai Composite konnte sich mit plus 2,2 Prozent weiter erholen, während Japan mit rund sechs Prozent kräftig abstürzte. Bei den Emerging Markets gab es ein leichtes Plus von 0,4 Prozent.
Rohstoffe litten. Der S&P Global Base Metal verlor 2,4 Prozent. Der Ölpreis für die Sorte Brent ging sogar um 4,7 Prozent zurück. Bei den Edelmetallen in diesen unruhigen Zeiten das übliche Bild: Der Goldpreis stieg um 2,1 Prozent. Wenig Veränderungen bei den Währungen. Der Euro war mit 0,1 Prozent Plus leicht besser als der US-Dollar.
Bei den Exchange Traded Products (ETPs) mit Notes und Fonds konnte man im Februar mit amerikanischen Werten gut verdienen, natürlich nur, wenn man gehebelt auf fallende Kurse setzte. So führte diesmal Tesla mit dreifach Short gehebelt die Gewinnerliste an, ein Plus von 123 Prozent. Vielleicht muss sich Elon Musk mehr um sein Unternehmen kümmern als um Politik. Bei den traditionellen Länderfonds ragte China mit Technologie heraus. Hier gab es Gewinne von 19 Prozent. Gefragt waren auch europäische Banken, entsprechende ETFs schafften rund 14 Prozent. Breite China-Fonds stiegen um zehn Prozent, offenbar eine Reaktion auf die geplanten Wachstumsimpulse im Reich der Mitte. Unter den europäischen Länderfonds war Spanien mit 8,6 Prozent mehr der Renner.
Auf der Verliererseite dominierten ungewohnt Kryptowährungen mit Verlusten um die 40 Prozent. Die Baisse kam erst Anfang März zum Stopp, als Trump verkündete, man werde strategische Krypto-Vorräte anlegen. Auch die für Krypto wichtige Blockchain-Technologie litt. Fonds darauf verloren rund 15 Prozent. Bei den Länderfonds ragte Indien mit Verlusten von rund acht Prozent negativ heraus.
Anlageklassen
Auch die Flows glänzten im Februar trotz der Kursschwäche in den USA. Für Aktien gab es rund 24 Milliarden Euro frisches Geld. Die Anleihen erhielten 7,9 Milliarden Euro. Die Rohstoffe mussten sich mit 964,5 Millionen begnügen, und der Geldmarkt wurde mit 959,9 Millionen Euro gefüttert.
- 1,654
- Die Aktien stiegen um 1,6 Prozent auf nunmehr 1,654 Billionen Euro.
- 457,6
- Für die Anleihen waren es 2,8 Prozent mehr auf 457,6 Milliarden Euro.
- 134,4
- Die Rohstoffe markierten ein Plus von 1,4 Prozent auf 134,4 Milliarden.
- 25,7
- Der Geldmarkt knackte erstmals die Marke von 25 Mrd., plus 4,1 Prozent auf 25,7 Mrd. Euro.
Nettomittelabflüsse
Die einzelnen Anlagekategorien bestätigten das Kurs-bild: Amerika schwach, Europa stark. Amerikanische Titel führten die Verlierer an. US-Standardaktien verloren 723,2 Millionen Euro. Für Mid-Cap-Aktien aus Großbritannien waren es 532,2 Millionen Euro. Euro-Anleihen, die ja trotz weiterer Zinssenkungen leichte Kursverluste verzeichneten, wurden in der Form gemischter Laufzeiten abgebaut, minus 283,9 Millionen Euro. Auch Kanadische Aktien wurden abgestoßen und verloren 205,7 Millionen Euro. Schließlich ging es auch bei amerikanischen Small Caps abwärts, minus 169,3 Millionen Euro.
Nettomittelzuflüsse
An der Spitze der Zuflüsse standen jedoch globale Standardaktien mit 6,8 Milliarden Euro. Gefolgt wurden sie von fast drei Milliarden für europäische Standardaktien. Für die Eurozone waren es 2,6 Milliarden Euro. China-Aktien waren mit 2,1 Milliarden gut im Rennen. Aktien des Finanzsektors verbuchten 1,8 Milliarden Euro.